Samstag, 27. Februar 2016

Das syrische Rojava



Verzweiflung, Wut und Zerstörung – Der Krieg in Syrien ist mittlerweile eine Beleidigung für jegliche Intelligenz auf diesem Planeten und es wird scheinbar immer lächerlicher!

Seit Tagen sind alle schockiert, wie die Türkei es wagen konnte,  den Russen es gleich zutun und offensiv Syrien anzugreifen. Die russische Regierung versucht mit allen Mitteln Assad zu stärken, koste es was es wolle. Dass dadurch sehr viele Zivilisten umgekommen sind, ist für die Außenpolitik scheinbar nicht mehr der Rede wert. Nach dem Motto „Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne“. Da der türkische Präsident Erdogan leider nicht viel besser ist als seine anderen Kollegen, hat er es sich nicht nehmen lassen das anzugreifen, was ihm am meisten stört.  Das sind in diesem Fall die Kurden. Bis heute hat die Türkei es nicht begriffen, dass es einen gewaltigen Unterschied zwischen den  Kurden und den Anhänger der Schwester Partei der PKK (PYD/YPG) gibt.  Viele Kurden aus Syrien, sind Gegner dieser marxistischen Partei. Doch wenn man als Kurde sich nicht dieser Partei unterordnet, wird man systematisch  von der neuen kurdischen Baath-Partei (PYD/YPG) aus dem Land vertrieben. Sei es durch höhere Steuern, Zwangsrekrutierungen, Folter und/oder Tod.  Trotz all den Fakten, wird diese Partei, immer noch von den westlich-linksorientierten Medien verharmlost.  Leider muss man an dieser Stelle sagen, dass die Türkei, mit ihren geistesgegenwärtigen Handlungen, der PKK immer mehr zuspielt. Nach den jüngsten  Ereignissen in Ankara hieß es, dass der Anschlag auf die türkische Hauptstadt doch nicht von syrischen PYD/YPG  Kämpfer war.  Der inszenierte Angriff, ging  letztendlich total nach hinten los. Die syrische Verteidigungseinheit (PYD/YPG) konnte sich so weiterhin in ihrer vermeidlichen Unschuld sonnen. 

Jahrelang wurden die Kurden von diesem Krieg verschon, da sie sich nie wirklich positioniert haben, doch das ist Dank den neusten Ereignissen vorbei. Mittlerweile Kämpfen die PYD/YPG an der Seite von Assad, Iran und Russland. Diese Kurden, die von der türkischen Regierung in den letzten Tagen angegriffen wurden, zahlen einen Preis, den die syrische Partei PYD/YPG, eigentlich bezahlen sollte und nicht die Kurden aus der Region Nord Syriens (Rojava). Tatsächlich ist es aber so, dass die PYD/YPG in den letzten fünf Jahren mehr Kurden in Syrien umgebracht haben als die syrische Regierung. Nach dem die PYD/YPG auch offiziell sich zu Assad bekannt hat, haben sie den Krieg auch in die kurdischen Gebiete gebracht. Sie haben sich für den syrischen Assad-Clan entschieden, welches sie immer schon unterdrückt hat.  Ja richtig, der Clan, der ach so freundlich zu den Minderheit sein soll, wie den Kurden. Jene, die keine Pässe bekommen haben und sich nicht ausweisen konnten. Jene, die verhaftet wurden, weil sie ihr Neujahrsfest (Newroz) gefeiert haben. Jene Kurden, die mit ansehen musste, wie alle Ortsnamen der kurdischen Gebiete arabisiert wurden. Dies waren nur paar Beispiele, die Assad unter den Begriff „Schutz der Minderheiten" verstanden hat. 

Doch wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, nutzt man als professioneller Diktator gerne mal die Minderheit aus, um seine eigenen Interessen zu vertreten. Assad hat einen tollen Deal mit der PKK Schwester-Partei PYD/YPG vereinbart und sah, wie sehr sich diese Kämpfer bemühen ihm gerecht zu werden. Unteranderem weil sie relativ schnell, die Rolle des Regimes in ihren eigenen kurdischen Gebieten fortgeführt haben. Es gab in diesen kurdischen Gebieten einen nahtlosen Übergang zwischen der Baath-Partei und der PYD/YPG. Als ob das Ganze noch nicht perfide genug ist, hat diese kurdische Partei entschieden sich in der Öffentlichkeit „syrische Volksverteidigung“ zu nennen. Man bemerkte hierbei, dass weder im Namen der Partei, noch in ihrer öffentlichen Bezeichnung, dass Wort „kurdisch“ oder „Kurden“ beinhaltet.  Kurz gesagt, sie kämpfen für Assads-Syrien. Nicht für die kurdischen Interessen oder gar der Kurden. Sie versuchen sogar jegliche kurdische Interessen zu verhindern. Beweis dafür ist unter anderem der kürzlich verübte Anschlag der PKK auf die Pipeline der Autonomie Region Kurdistan. 

Auch im „Kampf gegen den ISIS“ waren sie es, die sich blind zur Verfügung gestellt haben, ohne zu wissen, dass sie wiedermal als Marionette des Nahen Ostens benutzt und nur als Schutzschild missbraucht werden. Monatelang gaukelt  man den Menschen vor, dass weder die Franzosen, die Iraker, die Türken, die Briten, die Saudis, die Amerikaner, noch die Deutschen usw. eine Chance haben gegen die wildgewordene Meute (ISIS) anzukommen. Mehr als 14 Nationen sollen sich aktiv, am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat ISIS beteiligen. Doch selbst wenn die ISIS, Superman, X-Man, Spiderman oder Batman  wären, hätte man sie schon längst besiegt. Die Medien und sämtliche Nationen, die sich in Syrien eingemischt haben, gaben der ISIS einen Zoom, der im Prinzip nur von der eigentlichen Sache ablenken sollte. Es sollte hauptsächlich von der syrischen Revolution, vom anfänglichen friedlichen Aufstand und von den Forderungen des syrischen Volkes ablenken. Dabei sind die eigentlichen Vätergründer dieser Miliz ehemalige Inhaftierte, die in den syrischen Hochsicherheitsgefängnissen gefangen waren.  Bisher hat nur einer von der Existenz der ISIS in Syrien profitiert und das ist Assad. Trotz allem was wir über  Assad wissen, wird er von den Medien als „kleineres Übel“ bezeichnet. Nur komisch, dass „das kleinere Übel“, für das große Übel selbst gesorgt hat, um selbst besser dar zustehen. Damit das Ganze noch ein bisschen offensichtlicher wird, hat vor einigen Tagen, die ISIS große Stadtteile und Dörfer in Aleppo dem syrischen Regime wieder überlassen. Hier stellt sich doch die Frage, warum Assad und Assads Verbündete immer Erfolge gegen die ISIS verbucht haben, während  andere Länder sich scheinbar die Zähne an der ISIS ausbeissen.

Nicht nur das dieser Krieg in Syrien einen großen Einfluss auf die gesamten Geschehnisse im Nahosten hat, er hat es auch geschafft Europa zu spalten. Erst nach dem Millionen Flüchtlinge an den europäischen Stränden angekommen sind, haben wir begriffen, dass dort ein blutiger Krieg herrscht, der scheinbar kein Ende hat. So lange Assad den Posten des Präsidenten hat, wird die ISIS nicht verschwinden. Die restlichen Nationen, die meinen, sie müssten sich erst nach dem alles in Syrien verloren ist einmischen, sollten sich auf den Heimweg machen. So lange es in Syrien nicht um Syrien geht, kann es keinen Waffenstillstand geben. Wenn es so weiter geht wie bisher, bleibt Syrien ein Brettspiel, in dem es nur ums gewinnen geht und nicht um das syrische Volk.


(A.J 2016)