Sonntag, 21. Juni 2015

Verwelkte Opposition


Um vorab etwas klar zu stellen, dies ist kein politischer Text, sondern einer, der ein gesellschaftliches Dilemma beschreibt, das bei mir politische Assimilationen hervor ruft. 

Die Opposition von etwas zu sein, ist immer viel härter, als ein Anhänger von etwas oder jemanden zu sein. Für Befürworter findet man immer gute Gründe für Ihr Handeln. Schließlich gehört die Mehrheit immer zu den "Ja-Sagern". Ähnlich läuft es auch in einer durchschnittlichen Nahost-Gesellschaft ab. 

Am Beispiel des syrischen Bürgerkrieges kann man genau mitverfolgen, wie Demonstranten, zu Terroristen heran gezüchtet wurden, simple Forderungen an einem Staat zu einem Krieg geführt haben und deswegen Menschen von ihrem gewohnten Umfeld fliehen mussten. Das alles nur, weil diese Gesellschaft nicht ertragen kann, dass die Welt sich immer weiter dreht und die Mentalität der letzten Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte, nicht mehr ins heutige Weltbild passen. Ganz unabhängig davon, welcher Religion man angehört. Es geht um die Tatsache, dass der gesamte Nahosten dagegen ist, sich zu entwickeln.

Im Prinzip hat Nahosten seit Anbeginn der Zeitrechnung immer die selben Probleme. Es geht immer um eine autoritäre Macht, ein Generationen-Konflikt, Intoleranz, gegen alles was individuell ist, fehlende Frauenrechte und ein Lebensstil aufrecht zu halten, den man nur noch aus dem Mittelalter kennt. Oder kurz "Kampf gegen die Minderheit". Damit meine ich nicht religiöse oder ethnische Minderheiten. (Die ethnischen und religiösen Minderheit, sind heutzutage die größten Extremisten geworden). Ich meine die Minderheit namens "Opposition". 

Niemand ist bereit was zu ändern, obwohl alle es satt haben! An dieser Stelle kommt die Frage auf "Warum tut niemand was dagegen?" Die Frage lässt sich einfach beantworten. Keiner möchte als "Terrorist" bezeichnet werden, jeder möchte ein Kämpfer sein. Keiner möchte ein Krieg anzetteln, sie möchten ein Teil der Revolution sein. Doch niemand möchte sein gewohntes Umfeld verlassen, daher lässt man es meistens über sich ergehen und hält den Mund. Viele Menschen aus dem Nahosten wurden so erzogen. Immer schön lächeln und etwas vorzuspielen, dass ist die Devise. Um die Illusion nicht kaputt zu machen, spielt man wohl oder übel das Spiel mit. Auch wenn man dafür mehr verliert, als zurück bekommt.

Wir leben in einer Lüge, weil die Traumwelt, die wir tagtäglich unserem Mitmenschen vormachen uns einfacher erscheint, als die Wahrheit. Sie nehmen es lieber in Kauf, die Lüge aufrecht zu halten, als ihre Individualität zu behalten. Von jener einzigartigen Blume, die wir "unsere Unabhängigkeit" nennen, wird zu einem verwelkten Haufen Unkraut, der von einer Herde namens „Gesellschaft“ aufgefressen wird.












(A.J)