Dienstag, 31. Oktober 2017

Die Nabelschnur zur Welt


In der kurdischen Kultur ist es Tradition, dass wenn ein Kind geboren wird, der Nabelschnurrest dort hingeworfen wird, wo das Kind sich später am wohlsten fühlen soll. Das wäre entweder das eigene Zuhause oder bspw. im Krankenhaus, damit aus dem Kind, später ein Arzt wird. Ich habe das Gefühl, dass meine Eltern mein Nabelschnurrest irgendwo an einem Bahnhof weggeworfen haben. Denn dort halte ich mich gefühlt am Meisten auf.

Abgesehen davon, bin ich auch ein Magnet für sehr schräge Menschen. Während ich darauf wartet, dass mein Zug endlich kommt, sprach mich eine junge Frau an. Sie wollte wissen, ob ich Feuer habe. Ich gab ihr meine Streichholzschachtel und so kamen wir ins Gespräch. Sie erzählte mir von ihren Problemen und das sie bereits 3 Kinder von 3 verschiedenen Männern hat und in ihrem ganzen Leben keine 3 Monate gearbeitet hat. Das Sprichwort "Alle guten Dinge sind drei", hatte diese Frau scheinbar sehr für sich verinnerlicht.


Ich muss an dem Tag wie eine Psychologin ausgesehen haben, denn anders kann ich es mir nicht erklären, warum mir eine wildfremde Frau, die persönlichsten Dinge anvertraut hat. Sie erzählte mir (sehr detailliert) von ihrer schmerzhaften Geburt, ihrem arabischen Exfreund und dass sie ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter hat, da sie schon immer rebellisch war. Aber was mich wirklich verwunderte ist, dass sie nicht einmal irgendwas über mich wissen wollte. Das erlebe ich nicht oft. War das die pure Toleranz, die mir latent primitiv in die Augen blicke? Ich ertappte mich dabei, wie ich sie um ihre Naivität beneidete.

Irgendwann kam der Zug und die Frau saß sich links neben mir hin. Der nächste zwielichtige Typ ging durch den Zug. Er gibt auf und ab, dabei rief er ständig "Merkel ist schuld, Merkel ist schuld - Wir schaffen das, hat die Alte gesagt." Ich fand das herrlich, denn alle Blicke waren auf ihn gerichtet - Bis zu dem Moment, als er sich rechts neben mir hinsetzte.

"Wir Deutsche haben doch nichts mehr in Deutschland zu sagen." Ich nickte wohlwollend, damit er mich weiter unterhält, bevor die Frau auf meiner linken Seite auf die Idee kommt, mir noch mehr über ihr Privatleben zu berichten.

Der Typ machte weiter und war überzeugt, dass ich auf gar keinen Fall einen Migrationshintergrund haben könnte. Schließlich nickte ich ständig und fand einige Theorien, die er von sich gab, gar nicht so verwerflich. Irgendwann kam er zu seinem Schlusssatz und sagte: " Deshalb müssen wir Deutsche zusammenhalten." In diesem Moment musste ich an 2 Dinge denken.

1. Ich muss unbedingt mein Frisör loben. Die Blondierung ist scheinbar so gut gelungen, sodass der Typ dachte, ich sei naturblond und somit bestimmt eine Deutsche.
2. Endlich sagt jemand "wir Deutsche" zu mir. (Nach gerade mal 24 Jahren.)

Und während ich darüber grübelte, begriff ich, dass ich für die Mitte der Gesellschaft, weder ein Inklusionsvordergrund, noch ein Migrationshintergrund habe. Genau deshalb ist es gut, dass es solche Menschen gibt. Damit Menschen wie ich immer zu sich sagen können: "Gut, dass ich nicht so bin." Das muss vermutlich auch die Daseinsberechtigung für solche Sender, wie RTL oder RTL2 sein. Vielleicht erinnerten mich die Zwei auch nur an die guten alten Talkshows, wie Britt, Arabella oder Stefan Raab und seine kleinen Knöpfe am Schreibtisch.

Ich frage mich, ob der Bahnhof vielleicht doch die Nabelschnur zur Welt ist?

Wo glaubt ihr ist eure Schnur?

Wo fühlt ihr euch hinterlassen bzw. liegen lassen?

Mittwoch, 29. Juni 2016

Sind wir abgeschrieben?

Es gibt kaum eine unscheinbarere, brotlosere und undankbarere Form der Kunst, als die des Schreibens. Kaum eine Branche ist so überfüllt von Möchtegern Künstlern, wie diese! Ich lebe in einer Generation, in der sich fast jeder Blogger, Schriftsteller oder Journalist nennt, nur weil man meint, mehr als zwei Sätze richtig schreiben zu können. So als würde jemand sich als Künstler bezeichnen, nur weil man einen Regenbogen nachmalen kann. Es ist heutzutage allgemein schon schwer für ein Individuum. Alle wollen einzigartig sein und dabei wirken Sie alle doch so gleich. Generation „vermeintlich anders“.

Bei so eine Generation ist es schwer, sich mit der Schreiberei zu etablieren. Ständig neue Ideen zu haben, ständig aktuell zu bleiben und dann noch Worte zu finden, die durchdacht und natürlich auch kreativ sind, ist keine leichte Aufgabe. Und um so mehr etwas nachgemacht wird, macht es den Anschein, als wäre es das einfachste der Welt über ein Thema, was einen persönlich vielleicht gar nicht interessiert. Selbst wenn man es geschafft hat bei so einer Online Plattform, wie die #Huffingtonpost zu schreiben, ist man noch lange nicht da angekommen, wo man hin möchte. Denn viele Verlage und Plattformen für angehende Journalisten beuten einen förmlich aus. Man schreibt für ein Hungerlohn (wenn man überhaupt dafür bezahlt wird) und wird nicht einmal von seinem Publikum, welches man erreichen will wahrgenommen. Auf diverse Likes ist ebenso zu verzichten, wenn man Themen anspricht, die tiefgründiger sind. Denn die breite dumme Masse der Gesellschaft, hat die Likes zur neuen Währung ausgestellt. Man muss sich oft so was anhören wie „Komisch, der Text ist eigentlich ganz gut, warum hast du so wenig Likes?“  

Als Blogger wird man gerne in eine Schublade gesteckt. Die Schublade, der arbeitslosen Menschen, die zuviel Zeit haben und sich irgendwie durchs Leben schmuggeln. Dass diese Aussage völliger Schwachsinn ist, weiß man aber erst, wenn man selbst in der Branche aktiv ist. Kaum ein Blogger hat nicht nebenbei noch mindestens zwei Jobs. Sie müssen immer auf den neusten Stand sein und natürlich auch auf allen social Media  Plattformen verfetten sein. Es gibt viele Blogger, die sich mit einem Thema mehr oder weniger beschäftigen, doch genau da ist der Knackpunkt. Wenn ein Schreiber es geschafft hat, mit einem Thema aufsehen zu erregen, wird er immer darauf reduziert. Ich habe einmal einen einen ziemlich beliebten Text über Tinder geschrieben und schon bin ich die „Tinder-Tussi“. Egal wo ich mich nun vorstelle, heißt es „Ach sind sie die Rollstuhlfahrerin, die über Tinder geschrieben hat?“ An dieser Stelle würde ich immer wieder gerne sagen: „Ja und die, die über den Nahen Osten, die Gesellschaftsstruktur in Deutschland und auch über diverse religiöse Konflikte geschrieben hat.“ Wenn man über so ein populäres Thema schreibt, fühlt es sich so an, als hätte man lediglich ein One-Hit.Wonder, obwohl alle anderen Texte mindestens genau so gut waren.   

Ich schreibe seit ca. vier Jahren kostenlos für Magazine, meinen Blog, Onlineforum und Zeitungen, nur damit ich Referenzen habe, um sie bei meiner nächsten Bewerbung hervor zu zeigen. Dennoch muss ich mir oft so was anhören wie „Und das nennst du Arbeit?“ Ja verdammt, zwei Blog´s, eine Webseite, eine Kolumne und als Autorin für andere zu schreiben, nenne ich Arbeit! Komisch, dass der Beruf Hunde-Frisörin heutzutage in der breiten Masse angekommen ist, aber der Beruf „Bloggerin“ immer noch belächelt wird. 

Aber der größte Kritiker für ein Schreiber, ist er selbst.  Manchmal bearbeitet ein Blogger einen Text so oft um, auch wenn er dafür die Nacht durchmachen muss. Schließlich hat man kaum Zeit, da man das oft "nur" Nebenberuflich macht. Aber all das gehört nunmal dazu und man muss sich bewusst werden, dass kaum jemand in die Hände klatschen wird und sagt „Das hast du aber toll gemacht.“ Man muss schon zufrieden sein, wenn es überhaupt jemand liest. Obwohl wir in einer Zeit leben, in der jeder ein vermeintlicher Blogger ist, lesen kaum noch Menschen längere Artikel.  Und falls du lieber Leser, bis zu dieser Zeile gekommen bist, kannst du ziemlich stolz auf dich sein. Doch all das ist nebensächlich, wenn ein einziger Mensch zu dir kommt und sagt „Ich habe dein Text gelesen und ich finde es gut, dass es endlich jemand ausgesprochen hat.“ Wer trotz all diesen Aspekten, die ich aufgezählt habe immer noch weiter macht und sich nicht beirren lässt, die eigene Leistung nicht von „Likes“ abhängig macht und über Jahre dran bleibt, kann sich Blogger, Schriftsteller oder Autor nennen.

Wir Schreiber werden es immer schwer haben, da kaum jemand auf den ersten Blick erkennen, dass wir auch Künstler sind.  Wir sind Wortkünstler! Ein Thema so zu formulieren, um bei anderen Menschen Interesse zu wecken, dran zu bleiben und tatsächlich darüber nachzudenken, ist Kunst. Anders als ein Maler und ein Sänger, muss man bei uns nicht nur gut sehen und hören können, sondern auch nachdenken. Die Intension für alle Schreiber ist es, andere Menschen zu erreichen, für ein Thema zu sensibilisieren und ihnen so viele Informationen wie mögliche weiter zugeben. Allein aus diesem Grund machen wird das! Wir wissen, dass man damit nicht reich oder berühmt werden, aber genau das wollen wir auch nicht. Daher haben wir uns ja auch für's Schreiben entschieden. Wir sind die Akteure, die hinter den Kulissen spielen. Wir sind die Melodie, die leise im Hintergrund zu hören ist. Wir schreibe die Worte, die ein Künstler lediglich nur zeichnet kann. All das sind wir. Vielleicht sieht man uns nicht, doch wir sind da! 

(A.J)



Montag, 27. Juni 2016

„Menschen glauben oft der Mehrheit und nicht der Wahrheit.“



Brexit hier Brexit da. Seit Tagen hört man überall in den Meiden, wie schockiert alle über den EU-Austritt von Großbritannien sind (und aktuell auch aus der EM). Doch das einzige, was wirklich schockierend war, ist das man die Einscheidung tatsächlich dem Volks alleine überlassen hat. Spätestens am Ergebnis dieser Volksabstimmung, sollte man erkennen, dass alles mit rechten Dingen vor sich gegangen ist. Denn viele politische Entscheidungen auf dieser Welt wären vermutlich ebenso katastrophal ausgefallen, wenn man es ausschließlich dem Volk überlassen hätte. Fragen wie: „Seid ihr für die Todesstrafe oder Abschiebungen“, würde die meisten Menschen mit „ja“ beantworten! (Ohne länger darüber nach zu denken.)

In der letzten Zeit hat man ständig über die Konsequenzen geredet, die nun Großbritannien nun tragen muss, aber kaum über die Gründe. Die Tatsache, dass die Briten hauptsächlich wegen der Einwanderer aus der EU raus wollten, wird nicht zur Sprache gebracht. „Die Bundeskanzlerin hat sich erniedrigt vor dem türkischen Präsidenten“, sagten viele Medien, als Deutschland ein Flüchtlingsabkommen mit der Türkei geschlossen hat. Wenn jedoch ein Land, wie Großbritannien aus der EU aussteigt, aufgrund dieses Problems, wir es oft verschleiert. 

Aktuell herrscht ohnehin schon eine getrübte Stimmung innerhalb der EU. Das einst ersehnte, grenzenlose Europa, in dem man ein Leben in Frieden und Freiheit hat, bröckelt immer mehr. Schuld sind auch hier hauptsächlich die „bösen“ Flüchtlinge. Sie wagten es aus ihren Kriegsländern zu fliehen und hier in Europa Unterschlupf zu suchen. Natürlich sind Sozialhilfen und Krankenversicherungen ein Grund für die Flucht nach Europa. Der selbe Grund, weshalb auch viele Europäer, Europa nicht verlassen würden, auch wenn sie ständig über alles und jeden jammern. Selbst die Briten, die raus sind, wollen mittlerweile wieder zurück rudern. Dies ist aber leider nicht mehr möglich.  Und die Moral von der #Brexit Geschichte ist „Menschen glauben oft der Mehrheit und nicht der Wahrheit.“  


(A:J)



    

Samstag, 26. März 2016

Deutschland, du warst mir noch nie so fremd



Ich hasse deinen neusten Trend

Zwischen Rechts,- und Linksextrem wird dieses Land getrennt 

Ich sehe Hakenkreuze, an den Wänden aus Zement 

Ich höre meine Muttersprache, von Menschen, die ich nicht kenn

Ich bin nur noch ein Fragment 

Aus Ost und West, in diesem Moment 

Die Kerze brennt 

Für alle die Menschen, die ich nicht mehr wieder erkenn

Deutschland, du warst mir noch nie so fremd

Es ist nicht deine Schuld, dass ich hier nichts mehr wieder erkenn

Die Menschen, die ich nenn, machen dieses Land für mich so fremd


(A.J)

Samstag, 27. Februar 2016

Das syrische Rojava



Verzweiflung, Wut und Zerstörung – Der Krieg in Syrien ist mittlerweile eine Beleidigung für jegliche Intelligenz auf diesem Planeten und es wird scheinbar immer lächerlicher!

Seit Tagen sind alle schockiert, wie die Türkei es wagen konnte,  den Russen es gleich zutun und offensiv Syrien anzugreifen. Die russische Regierung versucht mit allen Mitteln Assad zu stärken, koste es was es wolle. Dass dadurch sehr viele Zivilisten umgekommen sind, ist für die Außenpolitik scheinbar nicht mehr der Rede wert. Nach dem Motto „Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne“. Da der türkische Präsident Erdogan leider nicht viel besser ist als seine anderen Kollegen, hat er es sich nicht nehmen lassen das anzugreifen, was ihm am meisten stört.  Das sind in diesem Fall die Kurden. Bis heute hat die Türkei es nicht begriffen, dass es einen gewaltigen Unterschied zwischen den  Kurden und den Anhänger der Schwester Partei der PKK (PYD/YPG) gibt.  Viele Kurden aus Syrien, sind Gegner dieser marxistischen Partei. Doch wenn man als Kurde sich nicht dieser Partei unterordnet, wird man systematisch  von der neuen kurdischen Baath-Partei (PYD/YPG) aus dem Land vertrieben. Sei es durch höhere Steuern, Zwangsrekrutierungen, Folter und/oder Tod.  Trotz all den Fakten, wird diese Partei, immer noch von den westlich-linksorientierten Medien verharmlost.  Leider muss man an dieser Stelle sagen, dass die Türkei, mit ihren geistesgegenwärtigen Handlungen, der PKK immer mehr zuspielt. Nach den jüngsten  Ereignissen in Ankara hieß es, dass der Anschlag auf die türkische Hauptstadt doch nicht von syrischen PYD/YPG  Kämpfer war.  Der inszenierte Angriff, ging  letztendlich total nach hinten los. Die syrische Verteidigungseinheit (PYD/YPG) konnte sich so weiterhin in ihrer vermeidlichen Unschuld sonnen. 

Jahrelang wurden die Kurden von diesem Krieg verschon, da sie sich nie wirklich positioniert haben, doch das ist Dank den neusten Ereignissen vorbei. Mittlerweile Kämpfen die PYD/YPG an der Seite von Assad, Iran und Russland. Diese Kurden, die von der türkischen Regierung in den letzten Tagen angegriffen wurden, zahlen einen Preis, den die syrische Partei PYD/YPG, eigentlich bezahlen sollte und nicht die Kurden aus der Region Nord Syriens (Rojava). Tatsächlich ist es aber so, dass die PYD/YPG in den letzten fünf Jahren mehr Kurden in Syrien umgebracht haben als die syrische Regierung. Nach dem die PYD/YPG auch offiziell sich zu Assad bekannt hat, haben sie den Krieg auch in die kurdischen Gebiete gebracht. Sie haben sich für den syrischen Assad-Clan entschieden, welches sie immer schon unterdrückt hat.  Ja richtig, der Clan, der ach so freundlich zu den Minderheit sein soll, wie den Kurden. Jene, die keine Pässe bekommen haben und sich nicht ausweisen konnten. Jene, die verhaftet wurden, weil sie ihr Neujahrsfest (Newroz) gefeiert haben. Jene Kurden, die mit ansehen musste, wie alle Ortsnamen der kurdischen Gebiete arabisiert wurden. Dies waren nur paar Beispiele, die Assad unter den Begriff „Schutz der Minderheiten" verstanden hat. 

Doch wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, nutzt man als professioneller Diktator gerne mal die Minderheit aus, um seine eigenen Interessen zu vertreten. Assad hat einen tollen Deal mit der PKK Schwester-Partei PYD/YPG vereinbart und sah, wie sehr sich diese Kämpfer bemühen ihm gerecht zu werden. Unteranderem weil sie relativ schnell, die Rolle des Regimes in ihren eigenen kurdischen Gebieten fortgeführt haben. Es gab in diesen kurdischen Gebieten einen nahtlosen Übergang zwischen der Baath-Partei und der PYD/YPG. Als ob das Ganze noch nicht perfide genug ist, hat diese kurdische Partei entschieden sich in der Öffentlichkeit „syrische Volksverteidigung“ zu nennen. Man bemerkte hierbei, dass weder im Namen der Partei, noch in ihrer öffentlichen Bezeichnung, dass Wort „kurdisch“ oder „Kurden“ beinhaltet.  Kurz gesagt, sie kämpfen für Assads-Syrien. Nicht für die kurdischen Interessen oder gar der Kurden. Sie versuchen sogar jegliche kurdische Interessen zu verhindern. Beweis dafür ist unter anderem der kürzlich verübte Anschlag der PKK auf die Pipeline der Autonomie Region Kurdistan. 

Auch im „Kampf gegen den ISIS“ waren sie es, die sich blind zur Verfügung gestellt haben, ohne zu wissen, dass sie wiedermal als Marionette des Nahen Ostens benutzt und nur als Schutzschild missbraucht werden. Monatelang gaukelt  man den Menschen vor, dass weder die Franzosen, die Iraker, die Türken, die Briten, die Saudis, die Amerikaner, noch die Deutschen usw. eine Chance haben gegen die wildgewordene Meute (ISIS) anzukommen. Mehr als 14 Nationen sollen sich aktiv, am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat ISIS beteiligen. Doch selbst wenn die ISIS, Superman, X-Man, Spiderman oder Batman  wären, hätte man sie schon längst besiegt. Die Medien und sämtliche Nationen, die sich in Syrien eingemischt haben, gaben der ISIS einen Zoom, der im Prinzip nur von der eigentlichen Sache ablenken sollte. Es sollte hauptsächlich von der syrischen Revolution, vom anfänglichen friedlichen Aufstand und von den Forderungen des syrischen Volkes ablenken. Dabei sind die eigentlichen Vätergründer dieser Miliz ehemalige Inhaftierte, die in den syrischen Hochsicherheitsgefängnissen gefangen waren.  Bisher hat nur einer von der Existenz der ISIS in Syrien profitiert und das ist Assad. Trotz allem was wir über  Assad wissen, wird er von den Medien als „kleineres Übel“ bezeichnet. Nur komisch, dass „das kleinere Übel“, für das große Übel selbst gesorgt hat, um selbst besser dar zustehen. Damit das Ganze noch ein bisschen offensichtlicher wird, hat vor einigen Tagen, die ISIS große Stadtteile und Dörfer in Aleppo dem syrischen Regime wieder überlassen. Hier stellt sich doch die Frage, warum Assad und Assads Verbündete immer Erfolge gegen die ISIS verbucht haben, während  andere Länder sich scheinbar die Zähne an der ISIS ausbeissen.

Nicht nur das dieser Krieg in Syrien einen großen Einfluss auf die gesamten Geschehnisse im Nahosten hat, er hat es auch geschafft Europa zu spalten. Erst nach dem Millionen Flüchtlinge an den europäischen Stränden angekommen sind, haben wir begriffen, dass dort ein blutiger Krieg herrscht, der scheinbar kein Ende hat. So lange Assad den Posten des Präsidenten hat, wird die ISIS nicht verschwinden. Die restlichen Nationen, die meinen, sie müssten sich erst nach dem alles in Syrien verloren ist einmischen, sollten sich auf den Heimweg machen. So lange es in Syrien nicht um Syrien geht, kann es keinen Waffenstillstand geben. Wenn es so weiter geht wie bisher, bleibt Syrien ein Brettspiel, in dem es nur ums gewinnen geht und nicht um das syrische Volk.


(A.J 2016)


Mittwoch, 6. Januar 2016

„Viva Colonia!“

Dass man hier in Deutschland allgemein mehr auf die Täter als auf die Opfer eingeht, ist nichts neues mehr. Doch diese pauschalisierten Äußerungen, die jede neutrale Diskussion zu dieser Tat unmöglich machen, sprengt einfach alles!

Was in #Köln passiert ist, ist nicht nur ein Armutszeugnis für all diese „desintrigierten“, der Polizei bereits schon lange auffallenden und verwilderten Ausländern, sondern auch für die Polizei, die in dieser Nacht scheinbar kapituliert hat, der Justiz, die sich immer noch an Formalitäten hält, und nicht zu letzt auch der Medien, die scheinbar überhaupt keine Balance finden können, zwischen einer rechten oder linken Berichterstattung. (Objektiv ist das alles definitiv nicht!) Was ich in den letzten paar Tagen gehört habe, hat mich sehr nachdenklich gemacht. Bisher dachte ich immer, dass wenn es um Kriminalität in Deutschland geht, macht man keine Unterschiede, was die Nationalität betrifft. Leider sehe ich es nun ganz anders.

Egal wie man sich zu dieser Tat äußert, man wird direkt in eine Ecke gestellt. Wenn man sagt, dass nicht alle arabischstämmigen Männer Vergewaltiger sind, ist man eine linke Ratte! Sagt man, dass Deutschland sich nicht wundern sollte, wenn sie einfach jeden hier mittlerweile aufnehmen, ist man ein Nazi! Es ist einfach unmöglich, über diesem Thema normal zu diskutieren, aufgrund des „Schubladendenkens".

Heute habe ich ein Interview gesehen, in dem eine Frau gesagt  hat: „Ich habe natürlich jetzt auch Angst, um meine wunderschöne, langhaarige blonde, achtzehnjährige Tochter, die blaue Augen hat, wenn sie alleine unterwegs ist.“ In dem Moment dachte ich mir: „Hmm, ich habe auch blonde lange Haare. Sollte ich sie mir vielleicht aus Sicherheitsgründen wieder braun färben?“ (Das ist natürlich lächerlich!) Worauf ich hinaus will ist, dass es jeder Frau in dieser Nacht passiert könnte und diese wildgewordene Täter sicher nicht vorher noch gefragt haben, welcher Nationalität man angehört! 

Ich zitiere an dieser Stelle das Grundgesetzt:
Art. 3 GG (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. 

Die Täter sind kriminelle, ob Araber, Afrikaner oder Deutsche und die Opfer bleiben auch Opfer, egal ob sie nun Deutsche, Afrikaner oder Araber sind. Ich liebe Köln und reise immer wieder gerne dahin. Mit dem Bahnhof habe ich bisher immer wieder nur schöne Momente verbunden und möchte, das es auch so bleibt. 

In dem Sinne „Viva Colonia!“ 


(A.J 2016) 

Samstag, 14. November 2015

Wie lang möchte Europa den Krieg in Syrien noch ignorieren?

Überall spricht man über den Terroranschlag in Paris, doch über das Kernproblem wird geschwiegen!  Während ISIS feucht fröhlich vor sich hin gären konnte, wie eine Bakterie, denken die Politiker von heute immer noch darüber nach, ob sie sich im Syrien-Konflikt einmischen sollten oder nicht? Ein Konflikt der seit fast 5 Jahren herrscht. 

Das ist genau so, wie wenn ein Haus vor den Augen der Feuerwehr brennen würde und diese sich nicht entscheidenden können, ob man den Brand nun mit einem Wasserschlauch oder mit dem Feuerlöscher löschen soll. Dieser „Brand“ ist für den Flüchtlingsstrom verantwortlich, dieser Brand hat ISIS das sein lassen, was es heute ist, dieser Brand wird weitere Terroranschläge mit sich ziehen, wenn man endlich aufhört den syrischen Bürgerkrieg zu ignorieren.

Ich erinnere mich heute an wieder an die amerikanische Journalistin Marie Colvin und ihr französischer Fotograf Rémi Ochlik zurück, die in Syrien gestorben sind, weil sie das Leid dieser Menschen, der Außenwelt präsentieren wollten. Sie und viele andere Journalisten sind ums Leben gekommen, weil sie die Wahrheit ans Licht bringen wollten. War der Tod all dieser ausländischen Journalisten, die da unten waren und teilweise noch sind, nicht mindestens genau so nennenswert, wie die Opfer aus Paris? Warum ist das Töten von Zivilisten in Syrien, Beirut oder Irak, Politik und in Europa, ist es Terror? 

Als die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo gestürmt wurde und wieder viele Menschen ums Leben gekommen sind, waren sich alle bewusst, dass dies in erster Linie ein Terroranschlag, gegen die Meinungsfreiheit war. „Je suis Charlie“ war überall zu lesen. In der selben Zeit hat Boko-Haram tausende Menschen umgebracht. Leider haben bis heute nicht so viele davon erfahren, da die Weltbevölkerung zu sehr damit beschäftigt war „Je suis Charlie“ auf ihrem Facebook Profil hoch zu laden.

Es geht sicher nicht drum für Wen es nun schlimmer ist, oder was nun jetzt berechtigt ist oder nicht, sondern um das Bewusstsein, der Bevölkerung endlich mal zu wecken und zu erkennen, dass Je suis Charlie oder Pray for Paris, nichts bringen werden, wenn man nicht die Hauptursache bekämpft.

Der Tod ist letztendlich für alle etwas furchtbares, unabhängig, ob man nun Syrer, Franzose, Iraker oder Libanese ist, niemand hat es verdient so sterben zu müssen. 

I Pray for Nothing, i hope for a better future!
Je suis Arin and nobody else!

(A.J)